Eigentlich hab ich diesen Testbericht schon ewig fertig. Ich wollte nur warten, bis ich eine gute Kamera in die Hand bekomme um hier ein paar Bilder rein garnieren zu können. Aber nun ja… ich wird sie wohl nachliefern.
1. Zu Beginn
Warum der Pavilion tx2000? Ganz einfach: Er ist beinahe der einzige Tablet PC auf der Welt, welcher für Normalsterbliche (sprich Privatanwender) konzipiert ist. D.h. er kommt mit einer „Home“-Variante von Vista + hübschen Design und netten Dreingaben wie z.B. der Fernbedienung. Ein wirklich extrem wichtiger Punkt ist, dass es sich um ein 12″-Notebook mit optischen Laufwerk handelt. Das ist insbesondere bei Tablet-PCs sehr selten.
Das einzig Nachteilige daran: Das Modell hat kaum Konkurrenz. Wenn man als Privatperson einen leistungsstarken und relativ preisgünstigen Tablet-PC will, gibt’s fast nur den tx2000.
2. Ausstattung im Detail
- AMD Turion 64 X2 TL-64 Prozessor mit 2,2GHz, 1MB L2 Cache, 65nm Taylor-Kern, 800MHz HT-Takt
- 2x 1024MB DDR2-667 RAM
- 250GB HDD von WD
- GeForce 6150 Go (im nForce 430 Chipsatz integriert)
- DVD DL/RAM-Brenner von BenQ/Phillips
- berührungsempfindlicher 12,1″ Breitbild-Bildschirm (nicht entspiegelt, 1280×800)
- Wacom Digitizer (präziser als der Touchscreen / reagiert nur auf den Stift)
- Webcam und Array-Mikro
- 4-Zellen Akku + 8-Zellen Akku
Das ganze wiegt je nach Akku 2 Kg oder weniger.
3. Kaufen
Ich hab einfach die Preissuchmaschine geizhals.at bemüht und hab bei dem Versandhändler bestellt, bei dem das Gerät zuerst verfügbar war. Am Ende hat es mich dann ca. 960€ gekostet.
4. Design
Ich kaufe Dinge nicht anhand des Designs. Das ist eher zweitrangig. So lang es nicht stachlig ist, pink glitzert oder im Dunklen leuchtet, hindert mich das Aussehen nicht am Kauf.
Das HP Pavilion tx2000 ist aber nach meinem Geschmack recht gut gelungen. Es hat einen schwarzen, hochglänzenden Deckel, auf dem an der Seite das silbrig glänzende HP-Logo angebracht ist. Unter der durchsichtigen, kratzfesten Schutzbeschichtung ist die schwarze Plastik mit unzähligen silbrigen Pünktchen übersät, die ein dezentes, „Echo“ gennantes Muster erzeugen. Das sieht man aber kaum und ist auch nicht so mein Geschmack. Aber was soll. Dadurch wirkt es halt nicht so langweilig. Dieses Muster setzt sich auch innen neben dem Touchpad fort. Die Tastatur sowie die gesamte Plastik, die die Tastatur umgibt ist silbern und ebenfalls mit der „Imprint Finisch“ genannten Schutzschicht beschichtet. Das Touchpad liegt in einer kleinen Mulde und bildet mit dem Gehäuse eine Einheit. Es unterscheidet sich vom umliegenden Gehäuse nur durch eine Art Perforation wodurch es sich gut erfühlen lässt. Der Balken zum scrollen hat ein etwas abgegrenztes Relief und lässt sich somit auch gut ertasten. Sehr praktisch!
Ansonsten gibt es eigentlich nix zu erwähnen. Es ist halt ein schwarzes Hochglanzgehäuse, welches dummerweise Fingerabdrücke liebt. Aber da HP das weiß, gibt‘s ein Mikrofasertuch dazu. Das fällt nicht vielen Herstellern ein.
5. Gehäuse und Tastatur
Die Tasten der Tastatur haben eine normale Größe. Nur bei Tasten, die an den äußeren Rändern liegen und die F-Tasten mussten etwas dran glauben. Aber so lang die normalen Buschstaben ordentlich tippbar sind, gibt’s nix zu nörgeln… ist halt ein Sub-Notebook. Der Druckpunkt der Tasten ist gut. Mir erscheinen sie für ein Notebook nur etwas laut.
Das Touchpad kann mit einem extra Knopf direkt über Selbigem deaktiviert werden. Praktisch ist, dass alle Knöpfe, die etwas aktivieren bzw. deaktivieren auch gleich eine kleine benachbarte oder eingebaute LED haben, die anzeigen, ob die Funktion an oder aus ist, indem sie blau bzw. orange leuchtet. Das trifft nicht nur auf das Touchpad sondern auf den W-LAN-Schalter und den Ton-aus-Knopf zu.
Funktionstasten am Gehäuse sind eigentlich nur der W-LAN-Schieber und die Lautstärke-Knöpfe. Alles andere ist am Displayrahmen angebracht, damit man es auch im Tablet-Modus bedienen kann. Dieser Gedankengang der Entwickler ist zwar ganz logisch und plausibel nur leider kann man die Mediensteuertasten sehr schlecht erreichen, da sie seitlich am Displayrahmen angebracht sind. Das ist eher schlecht gelöst. Praktisch hingegen ist, dass man Am Displayrahmen Knöpfe zum drehen der Bildschirmausrichtung angebracht hat. Auch der Knopf, der das Windows-Mobilitäts-Center öffnet wird von mir oft gedrückt. Blöd ist, dass man die beiden anderen Tasten, welche HPs MediaCenter-Ersatz „QuickPlay“ starten, nicht umprogrammieren kann. Auch ignoriert der Knopf zum drehen des Bildschirminhalts die Einstellungen in der Systemsteuerung.
Ein ganz großes Lob hat der Mechanismus zum Schließen des Deckels verdient. Es gibt absolut keine Haken, die abbrechen können. Die beiden Haken sind im Gehäuse versteckt und werden magnetisch aus der Versenkung gehoben, sobald sich der Deckel nähert. Entriegelt wird der Deckel, mit einem Knopf. Also nicht zwei Schieber oder so einem Fummelspaß. Jedoch heißt das nicht, dass man das Notebook einhändig öffnen kann. Die Unterseite ist so leicht, dass sie sich beim öffnen des Deckels nicht von diesem lösen will. Also muss man die Unterseite mit der zweiten Hand festhalten und das Gerät sozusagen „aufreißen“.
Der Anschaltknopf ist als Schieber an der Front des Gerätes realisiert, damit er 1. nicht ausversehen gedrückt wird und 2. auch dann bedient werden kann, wen man den Deckel mit dem Display nach oben geschlossen hat.
An der Unterseite kommt man an alle Komponenten indem an die mit kleinen selbsterklärenden Symbolen versehenen Klappen löst. Der Austausch von HDD, RAM und W-LAN Karte ist somit schnell machbar. Der DVD-Brenner kann man ähnlich wie den Akku mit einem kleinen Schieber auswerfen und durch eine beiliegende Plastik-Attrappe ersetzen. Das spart Gewicht und Strom. Sehr schön. Dickes Plus. Zwar dürfte dieser Steckplatz standardisiert sein, jedoch bezweifle ich, dass HP etwa eine zweite Festplatte oder einen zweite Akku dafür anbietet. So etwas Spezielles bleibt sicher der Produktpalette für Geschäftskunden vorbehalten.
Ein Minus gibt es leider für die Akku-Verriegelung. Da zwei Akkus beigelegt sind (was ja an sich wunderbar ist), tauscht man diese häufig aus. Jedoch bräuchte man theoretisch drei Hände für diesen Vorgang. Zwei für jeden der beiden Rigel und eine um den Akku abzuziehen. Dazu kommt, dass der größere Akku wie eine Art Griff geformt ist, damit man mit dem herausstehenden Knubbel auch was sinnvolles machen kann, jedoch ist die Befestigung scheinbar etwas zu schwach und er Akku hat Spiel. Das sollte nicht sein. Das verunsichert immer etwas, wenn man das Gerät am Akku fest hält und das im Endeffekt etwas wackelig ist.
Ansonsten ist das Gehäuse sehr gut verarbeitet. Es gibt keine Stellen, die auf Druck nachgeben. Nur ein kleines Knarzen gibt die Gehäuse-Oberseite, neben dem (nahezu perfekten) Gelenk des Bildschirms, von sich.
Der Stift für das Display hat einen kleinen Schacht vorn rechts und ist somit immer dabei.
6. Anschlüsse
Rechts:
- Schacht für den Stylus
- 1 x USB
- Portreplikator für eine HP-Dockinglösung
- VGA
- S-Video
- Lüftergitter
Hinten:
- 2 x USB
- Modem
- Lüftergitter
Links:
- Netzanschluss
- ExpressCard 34
- Kartenleser für SD/MMC , Memory Stick(Pro), xD-Karten
- Schacht für das optische Laufwerk
Front:
- Netzschalter
- IR-Empfang für die Fernbedienung
- 2 Kopfhörer Anschlüsse (einer davon auch SPDIF)
- 1 Mikro-Eingang
- W-LAN Schalter
Zu beachten sind die zwei Audio-Ausgänge. Das kann im Flugzeug oder in der Bahn ganz praktisch sein, wenn der Sitznachbar mithören möchte.
7. Display
Das ist, um genau zu sein, ziemlich schlecht. Es ist mit einem leichten Grauschleier überzogen, obwohl es nicht entspiegelt ist. D.h. es glänzt und bietet trotzdem nicht so pralle Farben. Zumindest stimmt die Auflösung. Diese ist mit 1280×800 zwar nur Standard, reicht aber für die 12″ Diagonale sehr gut aus. Die maximale Helligkeit ist… na ja ich denke mal Standard. Im Freien werd ich damit sicher keinen Spaß haben. Vllt im Schatten gerade noch so.
Trotzdem gibt es positives am Bildschirm: die Oberfläche muss wesentlich stabiler sein, als diese empfindlichen Standardpanels, da natürlich vorgesehen ist, dauernd mit der mehr oder weniger harten Plastikspitze des Stiftes drauf rum zu drücken. Ich finde alle TFT-Bildschirme sollten so sein. Durch diese Unempfindlichkeit lässt sich die Oberfläche wesentlich besser reinigen.
8. Das erste Anschalten (das vorinstallierte System)
Mit dem Notebook kommt Windows Vista Home Premium. Im Gegensatz zu dem gesamten Rest der Menschheit habe ich damit keinerlei Probleme. Allerdings bekommen die Leute, die bei HP für OEM-Installation verantwortlich sind, mit mir Probleme, wenn diese mir irgendwann über den Weg laufen. Es ist nämlich nicht so, dass man das Ding einschaltet, seinen Benutzernamen eingibt, den Lizenzvertrag abknickt und es dann loslegen kann. Nein. Es beginnt eine langwierige automatisierte Installation der mitgelieferten Software. Das Wort „vorinstalliert“ verliert seine Bedeutung. Dazu kommt, dass unter der sich installierenden Software „Symantec Internet Security“ befindet. Zum Glück ist das das einzige, was unter die Kategorie Bloatware fällt. Es ist für mich aber Grund genug, das System neu zu installieren. Ich saug mir also gleich ein deutsches DVD-Image mit integriertem SP1 und mache es drauf. Das einzige was noch benötigt wird, ist Chipsatz und Grafiktreiber von nVidia sowie W-LAN-Treiber. Alles andere ist schon mit dabei oder kommt über Windows Update.
Ich kürze die ganze Sache mal ab:
- Es ist kein einziger optischer Datenträger mitgeliefert. (Das wird sogar noch als ganz toll umworben)
- Die DVDs die man selbst brennt sind nutzlos ohne den Gegenpart auf der HDD, welcher ca. 15 GB verschwendet
- Eine Installations-DVD für Windows Vista muss man sich auch selbst besorgen.
Diese Politik ist unter aller Sau. Hier wird an der falschen Stelle gespart. Ich hab sicher 2 Wochen gebraucht, um mit explizit angeforderten Wiederherstellungsmedien die wichtigsten Installationsdaten abzugreifen und das System nach meinen Wünschen neu aufsetzen zu können.
Klares Minus.
9. Wärme und Lautstärke
Hier besteht ein weiteres Problem des Notebooks. HP hat hier einen der „größten“ Turion-Prozessoren in eines der kleinsten Formfaktoren gepackt. Das das warm und laut werden kann, ist vorprogrammiert. So lang man den Prozessor mit dem „Energiesparmodus“ auf 800MHz beschränkt, ist es ruhig und erträglich. Wird der Rechner stark gefordert, ist er kein Laptop mehr. Den auf den „Laps“ wird’s dann ungemütlich. Zumal die Lautstärke stark ansteigt. Aber wie gesagt: Es ist bei Büro- und Internetaktivitäten doch noch recht angenehm. Lüftersteuerungsprogramme haben keinen Zugriff auf den Lüfter. Im BIOS kann man am ständig laufenden Lüfter auch nix ändern.
10. Akkulaufzeit
Hier kann ich bis jetzt nur auf mein Gefühl zurückgreifen. Der kleinere 4 Zellen Akku hält im Idealfall 1,5 Stunden. Der doppelt so große 8 Zellen Akku, welcher auch aus dem Gehäuse guckt, bringt’s dementsprechend doppelt so lang. Also kommt man auf gut 5 Stunden, wenn man beide Akkus nutzt.
Zwar guckt der große Akku aus dem Gehäuse raus aber er ist recht ergonomisch geformt, so dass er entweder das Gerät im normalen Modus hinten etwas anhebt, was eigentlich sehr angenehm ist, oder man das Tablet im horizontalen Modus recht gut daran greifen kann.
Bis ich die entsprechende Einstellung im BIOS gefunden habe, hab ich mich gewundert, warum der Prozessortakt im Akkumodus immer auf 800MHz begrenzt wird. Egal welchen „Energiesparplan“ man in Windows einschaltet.
9. Leistung
Der Prozessor ist mit 2,2 GHz so stark, dass es von der AMD-Marketingabteilung den „Gold-Status“ bekommen hat. Das reicht immerhin, um einen aktuellen Core 2 Duo mit ca. 1,8 GHz zu übertreffen. Die 2GHz+ Modelle von Intel holen ihn dann jedoch recht bald wieder ein und sind beim Stromsparen (besonders im Leerlauf) besser. Aber wir wissen ja alle: AMD ist das nicht sooo gut in dieser Hinsicht. Die Architektur hat schließlich schon ein paar Jahre auf dem Silizium-Buckel.
Wie dem auch sei. Die Leistung ist mehr als ausreichend für Multimedia-Kram wie Video, Bild und das durchanimierte Web 2.0. Spiele begrenzt natürlich der beinahe 3 Jahre alte, integrierte Grafikprozessor. Ich hätte mir die wesentlich neuere X1270 von AMD samt M690 Chipsatz gewünscht. Die wäre zumindest ein bisschen leistungsfähiger. Aber die nVidia GeForce 6150Go tut‘s auch, wenn es um Aero Glass und simple Spiele geht. Neue Spiele funktionieren auch im detailärmsten Modus und in VGA-Auflösung nicht. Ist bei einem so kleinen Gerät aber auch verständlich. Der Arbeitsspeicher ist mit 2 GB (minus 64 bis 128 MB für die Grafikkarte) für die oben genannten Tätigkeiten und den Speicherbedarf von Windows gut bemessen. Wer mehr will, muss die beiden jeweils 1GB großen Module austauschen. 4 GB sind das Maximum, wobei da natürlich die 32bit-Grenze anfängt ihr Unwesen zu treiben. Der verbaute DDR2-667-Standard ist auch das Schnellste, was der im Prozessor integrierte Speichercontroller kann. DDR2-800-Module werden gedrosselt.
Die WD-Festplatte ist für diese Klasse recht flott, wenn man HDTune glauben darf. Wem die 250GB nicht reichen, kommt einfach an die Platte ran, um sie auszutauschen.
11. Tx2140eg Der große Bruder
Ein Monat (oder so) nachdem mein Modell verfügbar wurde, hat HP dein besser ausgestattetes Modell nachgeschoben. Das hat den gleichen Prozessor, aber 3 GB Ram, einen im Display integrierten Fingerabdruckleser sowie integriertes Bluetooth.
Ob der verbaute Fingerabdruckleser was taugt, weiß ich nicht. Ich hab bis jetzt nur einmal etwas gelesen. Und das war negativ. Meine Hand leg ich dafür nicht ins Feuer. Die 3 GB haben den Nachteil einer halbierten Speicherschnittstelle, weil nicht mehr synchron bestückt. Das einzige, worum ich dieses Gerät beneide, ist das integrierte Bluetooth. Das musste ich per USB-Nano-Adapter nachrüsten. Ich hab bis jetzt nicht rausgefunden, wie ich die interne Variante nachrüsten kann. Entweder integriert das HP auf der W-LAN-Karte oder über ein gesondertes kleines Modul.
Das kleine gibt’s für 800€. Das große für 100€ mehr.
12. Extras
Im PC drin ist auch eine Webcam. Die hat zwar „nur“ VGA-Auflösung, aber den Vorteil von sehr hoher Lichtempfindlichkeit. Das finde ich wesentlich wichtiger, da man somit nicht beim Verwenden der Kamera eine Fotos-Studio ähnliche Ausleuchtung haben muss, um ein ordentliches Bild zu bekommen. Die Webcam ist also gut.
Schlecht sind hingegen die beiden Mikrophone. Durch die doppelte Existenz des Mikrophons, sollte eigentlich die Qualität gesteigert werden. Die ist aber sehr schlecht. Man kann den Pegel per Software manuell nach oben drehen, damit etwas ankommt und wenn dann etwas ankommt, übersteuert es sehr schnell. Dazu kommt, dass diese Einstellung doppelt vorhanden ist: Einmal in der Windows Systemsteuerung und einmal im Realtek-Einstellungsdialog. Das Mikrophon ist ein Minus. Entweder keins oder ein richtiges.
Die Fernbedienung steckt im ExpressCard-Slot und wird mit einer Knopfzelle betrieben, welche sich großzügiger weise auch im Lieferumfang befindet
Diese Fernbedienung bietet nicht nur die wichtigsten Knöpfe zum bedienen der Lautstärke, der Medienwiederhergabe und zur Steuerung des Windows Media Centers. Aber auch HPs knöpfe für ihr überflüssiges Quickplay sind drauf. Die Fernbedienung ist nicht sehr ergonomisch, da sie ja in diesen kleinen Schacht passen muss. Praktisch ist sie aber allemal.
So. Wenn ihr irgendwas wissen wollt oder ich was wichtiges Vergessen hab, fragt einfach.